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Fohlen prägen: Welche Methode ist die beste?

18.03.2015 um 18:21 (Letzte Aktualisierung: 09.03.2020)


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Wenn ein Fohlen geboren wird, eint alle Züchter und Reiter ein Ziel: Das Nachwuchspferd soll zu einem gesunden, ausgeglichen und zuverlässigen Reit- oder Fahrpferd heranwachsen. Um dieses Ziel zu erreichen ist natürlich jahrelanges fachgerechtes und behutsames Training notwendig. Schließlich muss das Fohlen unglaublich viel lernen: ein Halfter tragen, sich führen lassen, gelassen am Putzplatz stehen zu bleiben, die Hufe zu geben, ruhig in den Anhänger gehen und schließlich muss das Jungpferd auch noch unter dem Sattel ausgebildet werden.

Prägung eines Fohlen auf Menschen

Das alles wird leichter, darüber sind sich die meisten Züchter und Ausbilder einig, wenn das Fohlen artgerecht gehalten wird und in seinen ersten Lebenstagen und -Wochen positive Erfahrungen mit dem Menschen gemacht hat.

Doch wie genau der erste Kontakt zwischen Fohlen und Zweibeinern aussehen sollte, ist selbst in Fachkreisen umstritten. So propagierte zum Beispiel der amerikanische Tierarzt Dr. Robert Miller Anfang der 1990er Jahre die sogenannte "Imprinting"-Methode (engl. für "Prägung"). Miller empfiehlt, das Fohlen direkt nach der Geburt, also vor dem ersten Saugen, am Aufstehen zu hindern. Dann streichelt man es überall, steckt Finger in Nüstern, After und andere Körperöffnungen, konfrontiert es mit "unheimlichen" Geräuschen und Objekten wie Plastikplanen. Nach der Theorie des Amerikaners führt diese Behandlung dazu, dass das Fohlen den Menschen als ranghöheres Pferd wahrnimmt und darum später ein besonders zuverlässiges und folgsames Reitpferd wird.

Doch Wissenschaftler zweifeln Millers Thesen stark an. Erst kamen amerikanische Studien zu dem Ergebnis, dass das Imprinting keinen bleibenden Einfluss auf das Fohlen hat. Jetzt wurde eine französische Langzeitstudie veröffentlicht, nach der das Imprinting sogar nachteilige Folgen hat. Unter anderem wird kritisiert, dass die so geprägten Fohlen durchschnittlich eine Stunde später die wichtige erste Muttermilch trinken. Zudem besteht die Gefahr, dass die wichtige Bindung zwischen Fohlen und Stute leidet. Und genau die ist so wichtig, damit das Fohlen ein selbstsicheres und vertrauensvolles Pferd wird.

Ein Fohlen, das ein gutes Verhältnis zu seiner Mutter hat, wird aus angeborener Neugiere in den ersten Lebenstage von ganz alleine den Kontakt zum Menschen suchen, wenn der sich zum Beispiel einfach in die Box oder in den Auslauf setzt. Voraussetzung dafür ist aber natürlich auch, dass man nur mit Stuten züchtet, die selber keine Scheu vor dem Menschen haben.

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Zuletzt geändert am/um: 09.03.2020 um 15:29

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